Kretische Liebe

Diese kretische Landschaft glich einer guten Prosa: klar durchdacht, nüchtern, frei von Überladenheiten, kräftig und verhalten. Sie drückte das Wesentliche mit den einfachsten Mitteln aus. Sie spielte nicht. Sie wandte keine Kunstgriffe an und blieb jeder Rhetorik fern. Was sie zu sagen hatte, das sagte sie mit einer gewissen männlichen Strenge. Aber zwischen den herben Linien dieser kretischen Landschaft entdeckte man eine Empfindsamkeit und Zartheit, die keiner vermutet hätte – in den windgeschützten Schluchten dufteten die Zitronen- und Orangenbäume, und in der Ferne ergoss sich aus dem endlosen Meere eine grenzenlose Poesie.

„Kreta“, murmelte ich, „Kreta“, und mein Herz schlug rascher.

[aus dem Roman „Alexis Sorbas“: Nikos Kzantzakis]

„Kreta“, murmle auch ich. Du warst so schön, warm, sonnig und friedlich. Mmmmhhh und du hast so gut gerochen, nach Thymian und Benzin. Das Meer mit dem Wind und den Wellen sind mir um die Ohren gesaust. Anstatt zu lesen bin ich oft gesessen und hab dem Meer zugeschaut, wie es jede Welle mit noch größerer Begeisterung an das Land gespült hat.

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